Energiesektor

Bis 2030:
Reduktion der Emissionen um 62% ggü. 1990 auf
108 Mio. t CO₂-Äq.

Quelle: Bundes-Klimaschutzgesetz

Der Umbau des Energiesystems zu 100 % erneuerbaren Quellen stellt neue Anforderungen an Flexibilität, Speicherfähigkeit und Versorgungssicherheit. Grüner Wasserstoff und synthetisches Methan aus Power-to-X-Anwendungen können hier eine entscheidende Rolle übernehmen: als Speicher, als netzdienliche Flexibilitätsoption – und zur gezielten Rückverstromung in Spitzenlastsituationen.

Grüner Wasserstoff lässt sich in hocheffizienten Gasturbinen oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) rückverstromen – idealerweise dort, wo gleichzeitig Wärme benötigt wird. Diese Anlagen ermöglichen eine Doppelverwertung erneuerbarer Energie und können helfen, Stromüberschüsse aus erneuerbaren Quellen systemisch nutzbar zu machen.

Bisher war Rückverstromung aufgrund günstiger Marktpreise für fossiles Gas wirtschaftlich kaum darstellbar. Doch mit dem weiteren Ausbau fluktuierender Wind- und Solarenergie gewinnt sie an Bedeutung – nicht für die Grundlastversorgung, sondern zur Deckung von Lastspitzen, zur Systemstabilisierung und zur Vermeidung von Abregelungen.

Die Bundesregierung verfolgt mit ihrer Kraftwerksstrategie das Ziel, bis 2030 rund 10–25 GW an regelbaren, wasserstofffähigen Gaskraftwerken (H₂-ready) aufzubauen. Diese sollen mittelfristig vollständig auf grünen Wasserstoff oder synthetisches Methan umgestellt werden. Damit entsteht ein neues Rückgrat für Versorgungssicherheit – gekoppelt an die Dekarbonisierung der Erzeugung.

Wasserstoff lässt sich bereits heute anteilig in das bestehende Gasnetz einspeisen. Durch infrastrukturelle Anpassungen lässt sich dieser Anteil weiter steigern. Synthetisches Methan kann – als chemisches Äquivalent zu Erdgas – unbegrenzt eingespeist und ohne größere Anpassungen genutzt werden.

Auch auf Systemebene bieten Elektrolyseure und Wasserstoffspeicher entscheidende Vorteile. Sie können erneuerbaren Überschussstrom aufnehmen, Netze entlasten und teuren Redispatch vermeiden.